Der Wiegetritt

Auch wenn mir das hier im Norden selten mal jemand glaubt – für mich ist es eine wirkliche Erholung, auch mal für eine Viertelstunde Wiegetritt zu fahren. Ich finde das alles andere als ineffizient.

Das Hauptproblem dabei ist natürlich, dass der Oberkörper nicht mehr vom Sattel getragen wird. Und die Beine sollen das ja auch nicht. Darum beugt man den Oberkörper nach vorne und stützt sich auf dem Lenker ab. Die Oberschenkel werden entlastet, indem man den Kniewinkel möglichst konstant und möglichst groß hält und die Bewegung vor allem im Rücken macht. Das lockert auch Rücken, Schulter, Nacken, Arme. Und natürlich hilft es dem Gesäß. Kopf und Nacken fahren dabei immer noch eine ziemlich gerade Linie – relativ konstante Höhe, und auch seitlich keine Ausschläge.

Die Trittfrequenz verringere ich deutlich, bevor ich aus dem Sattel gehe. Zwei bis vier Gänge – in der Ebene mehr als am Berg. Die Pedale drücke ich dann nur mit meinem Körpergewicht nach unten, aber eben ohne Beinkraft. Oft verwendet man auch mehr Armkraft, um den Lenker immer auf einer Seite nach oben zu ziehen. Entweder will man beschleunigen – dann ist das OK. Oder die Trittfrequenz ist zu tief. Das ist dann aber wieder ineffizient: Die Beine müssen dann erstens doch wieder das Gewicht des Oberkörpers tragen und zweitens die Kraft, mit der man den Lenker nach oben zieht, ausgleichen. Beides ist verschwendete Kraft, und das belastet dann auch die Knie wieder stärker.

Tendenziell brauche ich im Wiegetritt mehr Energie, aber dafür bin ich auch schneller als im Sitzen. Bei mir gleicht sich das ganz gut aus. Ich bin nicht sicher, warum das so ist – vielleicht korreliert das mit dem Körpergewicht: je schwerer, desto größer der Unterschied zwischen Sitzen und Wiegetritt.

Man kann übrigens im Wiegetritt genauso gut schalten wie im Sitzen – man muss nur den richtigen Zeitpunkt finden und dann kurz entlasten. Ich weiß nicht, ob das mit allen Rädern so funktioniert: Ich schalte genau dann, wenn der linke Fuß unten ist. Mit dem rechten wäre es wohl genauso, aber ich brauche Automatismen und mache solche Sachen darum immer genau gleich. Und in genau dem Moment, wo die Kette wechselt, verkrümme ich den Rücken noch etwas mehr, um keinen Druck auf die Pedale zu geben. Das funktioniert sogar, wenn ich vorne und hinten gleichzeitig schalte! (von Hand schwierig, aber die Di2 kann man ja so programmieren, dass sie vorne automatisch schaltet)

Am Anfang und auf längeren Strecken kann es, wenn man das nicht gewohnt ist, Blasen auf den Handballen geben, aber die Haut wird da bald genügend fest. Gute gepolsterte Handschuhe, die aber trotzdem wenig rutschen, sind hilfreich. Und nicht gleich zu viel auf einmal! Wenn die Hände zu lange angewinkelt sind, kann das im Extremfall ein Karpaltunnel-Syndrom geben.

Schließlich bin ich in der Schweiz mit einer Dreigang-Nabenschaltung großgeworden, und auch mit einem Eingang-Militär-Rad kann man über Berge fahren! Da lernt man dann schnell, was geht und was nicht.

Vor etwa einem oder zwei Jahren war darüber mal etwas in einer Fachzeitschrift zu lesen, ich weiß leider nicht mehr, wo. Meine Technik, die ich in meiner Jugend so entwickelt habe, ist dort eine Variante von mehreren gewesen. Es gibt zum Beispiel auch Profi-Radrennfahrer, die gerne in Unterlenker-Position Wiegetritt fahren! Was das bringen soll, weiß ich auch nicht mehr.

Der Wiegetritt wird oft automatisch angewendet, wenn man einen zu hohen Gang fährt oder die Knie zu sehr gebeugt werden, was ineffizient ist. Wenn man im Sitzen die Knie zu sehr beugen muss, ist entweder der Sattel zu niedrig oder die Kurbellänge zu groß. Ich selber bin 176cm hoch und komme mit 165mm-Kurbeln viel besser zurecht als mit den üblicheren 170mm. Die Knie freuen sich drüber. Kinder bräuchten eigentlich eher 150mm oder weniger, bekommen sie aber selten. Und ihr Sattel ist auch meistens zu niedrig. Darum sieht man Kinder besonders oft im Wiegetritt fahren.

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E-Wohnmobil 2027

Für uns stellt sich immer wieder die Frage, ob wir unser 21 Jahre altes Wohnmobil behalten oder ersetzen wollen. Nun haben wir uns für das Behalten entschieden – weil ich davon überzeugt bin, dass es in 10 Jahren auch rein elektrisch betriebene Wohnmobile geben wird. Also 2027. Bis dahin soll das jetzige noch halten.

Zur Zeit werden weltweit massiv Kapazitäten für die Batterie-Produktion aufgebaut, die Preise sind in den letzten 2 Jahren schon deutlich gesunken und haben noch viel Potenzial nach unten. Gleichzeitig bin ich fest davon überzeugt, dass Batterien in 10 Jahren bei gleichen Gewicht mindestens doppelt so leistungsfähig sind. Das sollte es möglich machen, Wohnmobile mit einer Reichweite von mindestens 1000km zu bauen.

Ich stelle mir so ein E-Womo mit einem sekundären Generator (Gas, Diesel oder Wasserstoff) vor, der aber nur die Batterien auflädt. Der gesamte Antrieb wird elektrisch sein, auch das Kochen mit Induktion und das Heizen mit Fußbodenheizung plus Heißgebläse. Natürlich mit Solarzellen auf dem Dach.

Es fällt ja dann auch viel an Gewicht weg – die Elektromotoren (ich nehme an direkt an den Rädern) sind sicher viel leichter als ein heutiger Dieselmotor mit Getriebe, Kühler, Kraftübertragung zu den Rädern und was sonst noch so dazu gehört. Dazu die 80 Liter Dieseltank, etwa 8 Liter Kühlwasser, etwa 60kg für die Gasanlage mit 2 vollen Flaschen und so weiter. Darum glaube ich nicht, dass so ein E-Womo schwerer sein wird als ein heutiges mit Diesel.

Update: Laut www.heise.de vom 26.12.2017 glaubt der Geschäftsführer von Hymer nicht, dass man so etwas in den nächsten 5-6 Jahren bauen könne. Was im Umkehrschluss bedeutet – später vielleicht schon. Er mache darauf aufmerksam, dass viele Neuentwicklungen in der Pipeline sind, von denen manche, wenn sie zur Marktreife kommen, alles ganz anders werden lassen könnten. Dabei würde ich bedenken, dass Hymer natürlich wie jede Firma seine Investitionen schützen muss – wenn so ein Womo für eher zu erwarten wäre, könnte der Neuverkauf der bisherigen Modelle darunter schon heute leiden. Hymer wird es also eher für sich behalten wollen, wenn sie in dieser Richtung entwickeln.

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London-Edinburgh-London 2017

Hier ist mein ausführlicher Bericht …
Bericht von Gabi und Hermann
Bericht von Heiner mit dem Velomobil

Video von Gabi
Video von Alexander Neumann
noch ein Video mit Drohne – das ist aber noch nicht fertig. Es zeigt jetzt genau den Teil, in dem ich Probleme mit dem linken Bein hatte.
Und noch ein Video
Noch eines …
Noch eines …

Das Brevet-Geheimnis Nr. 1

Vor Kurzem hat mich während eines Marathons jemand gefragt, wie man sich bei bei einem Brevet die Kräfte einteilt.

Einfache Antwort: Wenn die Beine schmerzen, langsamer fahren.

Das war sicher nicht das, was er hören wollte – das weiß ja jedes Kind. Nur – das tut nicht jeder. Auch ich nicht immer.

Aber das ist tatsächlich das Wichtigste überhaupt. Je länger die Strecke, desto wichtiger ist es, dass man auf den eigenen Körper hört und ihn nicht überfordert. Schmerz ist ein sehr deutliches Signal: „Ich kann das nicht auf Dauer“. Auch beim Anfahren oder in Steigungen oder wenn man unbedingt im Windschatten einer Gruppe bleiben möchte – das lohnt sich niemals. Die Gruppe hat man beim nächsten Halt sowieso wieder eingeholt – natürlich auch, weil Gruppen häufiger halten als Einzelfahrer. Und wenn sie wirklich so schnell wäre, dass man sie nicht wiedersieht, reicht die eigene Kraft sowieso nicht aus, länger bei der Gruppe zu bleiben.

Genauso ist es mit Knieschmerzen – dann ist es noch viel wichtiger, mit konstanter Leistung zu fahren. Nur mit dem anderen Bein arbeiten, hohe Trittfrequenz – und die Schmerzen verschwinden wieder (zumindest bei mir). Konstante Leistung bedeutet, dass ich bergauf deutlich langsamer und bergab deutlich schneller als die meisten Gruppen fahre – also am besten alleine.

Bei Kurzstrecken – sagen wir bis 300km – ist das alles natürlich nicht so wichtig, aber je länger die Strecke desto mehr muss man auf Nachhaltigkeit bedacht sein.

Höhenmeter

Die Höhenmeter (Wikipedia) sagen, wie viele Meter man an Höhe gewinnt. Was man bergab fährt, wird beim Radsport nicht abgezählt.

Es gibt viele Varianten, wie man die berechnet. Je kleinmasstäblicher man das tut, desto größer wird das Resultat. Im Extremfall könnte man bei jedem Schlagloch ein paar Zentimeter dazurechnen, weil man ja ganz kurz bergauf fährt, und damit auf einer Schotterpiste in Holland (nicht dass es die gäbe!) auch erstaunlich viele Höhenmeter zusammen bekommen.

Der Fahrradcomputer Garmin Edge 800, den ich für etwa 2 Jahre benutzte, bis ich ihn wegen seiner vielen teils sehr massiven Softwarefehler frustriert ausrangiert habe, war da sehr großzügig: Leichte Wellen (z.B. 10 Meter bergab und sofort wieder 10 Meter bergauf) wurden ausgeglichen. Darum hatte er immer relativ niedrige Werte, etwa 10-15% tiefer als von gpsies.com berechnet.

Darum ist ein Vergleich dieser Werte nicht sehr hilfreich, wenn man nicht sicher ist, dass sie auf dieselbe Weise berechnet wurden.

Dazu kommt die Qualität: Wenn man 1000 Höhenmeter auf einer sehr kurzen Strecke mit starker Steigung bewältigt, ist das viel anstrengender als eine lange Strecke mit konstant leichter Steigung. Die längere Erholungszeit bei der steileren Variante hilft nicht wirklich, weil vor allem die Spitzenleistung, die die Muskeln zu erbringen haben, bestimmt, wie stark sie ermüden. Die Dauer der Leistung ist zweitrangig.

Meine neue Homepage!

Das wurde aber auch Zeit, die bisherige war uralt, langweilig und bot wenig Inhalt. Sie hatte nur einen Vorteil: Sie erschien viel schneller auf dem Bildschirm, weil eben damals noch nicht alles so komplex war wie heute. Wenn man bedenkt, dass heute beim Laden mancher Webseiten versteckte Verbindungen zu über 100 anderen Rechnern aufgebaut werden – großenteils für Werbezwecke – ist es schon erstaunlich, dass trotzdem immer noch alles relativ schnell auf dem Bildschirm erscheint.

Willkommen in der heilen neuen Welt …