Morgen geht es los!

Wir sind nun zur Anmeldung in Rovereto gewesen und jetzt im 22km entfernten Arco auf einem sehr schönen Campingplatz. Es gibt sogar einen Wasserhahn mit kaltem Sprudel.

Viele interessante Räder gesehen. Niemand, den ich kenne, aber ich habe mich auch schnell verdrückt mit zu wenig Schlaf und etwas Kopfschmerzen. An der Streckenbesprechung kam nichts, was man nicht schon vorher hätte lesen können, was auch für die meisten Fragen der Teilnehmer galt. Aber ein paar hilfreiche Klarstellungen ergaben sich doch. Z.B. ist es wohl nicht gerne gesehen, aber man braucht an den Kontrollstellen auch dann keine Stempel zu holen, wenn sie geöffnet sind. Vorbeifahren reicht, sie sehen ja alles über die Lifetracker.

Aber sie haben nochmal sehr energisch betont, dass die letzten 700km nördlich vom Polarkreis ganz besonders anspruchsvoll sind. Sturm und Regen bei sehr tiefen Temperaturen kann es jederzeit ganz überraschend geben. Und wenn man nachts ankommt, ist da nichts und niemand, man muss dann sehen, wo man Schutz findet. Also besser eine Ankunft bei Tag planen … Ich bin gespannt!

Eine ehemalige Tabakfabrik wurde in den letzten 10 Jahren umgebaut und beheimatet nun viele Start-Up-Firmen
Die Anmeldung lief sehr flüssig
Hier ist alles riesig
Die meisten hätten auch gleich starten können
Die Streckenbesprechung

Corona und der Neid

In der Presse geht es zur Zeit sehr oft darum, wer sich als erster impfen lassen darf, und was er dann darf.

Ich finde diese Diskussionen völlig daneben und auch gefährlich, weil sie ein Anspruchsdenken fördern. Der Staat nimmt den Menschen immer mehr Selbstverantwortung ab und schränkt damit die individuellen Möglichkeiten immer weiter ein. Jeder, der sich nicht wie der Durchschnitt verhält, bekommt Probleme – auch ich merke das immer wieder. Aber das ist natürlich ein anderes Thema.

Der Verteilungskampf um Impfdosen ist für die Bevölkerung insgesamt und die Entwicklung von Corona ziemlich unwichtig. Jedes Land hat da andere Prioritäten. Indonesien beispielsweise impft zuerst die arbeitende Bevölkerung. Und jede dieser Strategien lässt sich gut begründen.

Einzig entscheidend ist nur, dass möglichst schnell möglichst viele wieder ein normales Leben führen können. Das hilft nicht nur diesen, sondern ALLEN. Weil das der Wirtschaft hilft, die Arbeitslosigkeit reduziert, Unternehmen rettet.

Ich fände es schade, wenn ich dieses Jahr auf gewisse Pläne verzichten müsste, weil ich nicht rechtzeitig geimpft bin, aber ich werde ganz sicher niemals neidisch auf andere sein, die schon Sachen tun dürfen, die mir noch verboten sind.

Wenn heute die Regierung sagt, sie sei für einen EU-weiten Corona-Impfpass „für medizinische Zwecke“, ist das natürlich nur ein lächerliches Feigenblättchen. Es steht jedem Unternehmen – Diskothek, Fitnessclub, Friseur, Fußballstadion, Fluglinie, Hotel und so weiter – natürlich frei, nur geimpfte Leute als Kunden zu akzeptieren. Bis zur Bevorzugung beim Grenzübergang ist es dann nur noch ein winziger Schritt, der sinnvollerweise auch schon begangen wird – z.B. zwischen Schweden und Dänemark, zwischen Griechenland und Israel. Auch die deutsche Regierung wird diesen Schritt gehen müssen – und je länger sie das herauszögert, desto peinlicher wird es dann.

England ist ein gutes Beispiel, wie man es machen kann: So schnell wie möglich so viele wie möglich impfen. Die Zweitimpfung wird erst nach etwa 12 Wochen gemacht, um den Impfstoff optimal einzusetzen. Und das scheint richtig zu sein: In einer breit angelegten Studie in Schottland hat man festgestellt, dass schon die erste Dosis Astra-Zeneca das Risiko eines Krankenhausaufenthaltes um bis zu 94% reduziert – bei Pfizer und Biontec bis zu 85%. Egal ob 95% oder 70% – das sind sehr gute Werte.

Noch ein Wort zur Gerechtigkeit: Nicht nur bei Corona, sondern bei allen Bereichen, die der Staat regelt, wird es immer Ungerechtigkeiten geben. Die sind niemals ganz zu vermeiden. Und je mehr Gesetze und Verordnungen der Staat erlässt, um etwas gerechter zu machen, desto mehr Schlupflöcher gibt es, desto mehr Bevölkerungskreise fühlen sich benachteiligt, desto mehr verdienen die Rechtsanwälte, desto überforderter sind die Gerichte. Der Rechtsstaat wird dadurch nicht gestärkt, sondern geschwächt. Beispiele: Corona-Verteilungskampf, Steuern, soziale Hilfen, Gesundheitssystem.

Wir haben geheiratet!

Dazu habt ihr ja auch schöne Fotos gemacht, ein paar von den schönsten hätten wir gerne. Aber bitte nicht mit Whatsapp, weil das die Bildqualität massiv reduziert. Wenn ihr fast dieselben mehrmals habt, sucht mir bitte das schönste aus!

Hier könnt ihr Fotos hochladen, leider immer nur eines auf einmal:

Dateien hochladen

Wenn es damit Probleme gibt, könnt ihr sie mir auch gerne per Mail schicken an wolfgang@rohdewald.de !

Automatisch meinem und anderen Blogs folgen

  1. auf dem Handy die App „Aggregator“ installieren oder irgend eine andere, die RSS-Feeds lesen kann. Die folgende Anleitung gilt für „Aggregator“
  2. über das Menü und das Plus-Zeichen eine neue Quelle hinzufügen
  3. als URL „rohdewald.de“ eingeben und suchen
  4.  den ersten Eintrag „Feed“ auswählen und auf Wunsch auch den zweiten für Kommentare

Weitere interessante Quellen sind handelsblatt.com, slashdot.org für Nerds, bbk.bund.de für Warnungen vom Bund, heise.de für Computer und Software und sicher noch viele andere

Auch die NZZ bietet RSS-Feeds an, aber nicht ganz so einfach. Eine Übersicht findet sich hier:Feeds NZZ

Die dort angegebenen Links kann man dann in Aggregator eingeben, entweder kopieren oder eintippen, z.B. nzz.ch/wissenschaft.rss oder nzz.ch/recent.rss

Wie man die Anzahl der Immunen schneller und sicherer erhöhen könnte

Man könnte sich überlegen, ob es vielleicht sinnvoll wäre, dass sich diejenigen mit dem kleinsten Todesrisiko möglichst schnell anstecken. Bei den bis zu 30-Jährigen liegt das Todesrisiko laut dem Report vom Imperial College bei etwa 5 auf 10’000. Das würde die Anzahl der immunen Menschen relativ schnell mit einer relativ kleinen Belastung für das Gesundheitssystem erhöhen.

Das bedingt aber auch einen ganz besonders starken Schutz für Alte und Kranke.

Zu diesem Gedanken habe ich noch nichts Offizielles gefunden, der ist original von mir und darum wahrscheinlich Quatsch. Manche könnten das auch als zynisch empfinden. Vor allem vor dem Hintergrund, dass ich ja auch schon 59 Jahre alt bin.

Ich erwarte auch irgendwann einen amtlichen Nachweis, der bestätigt, dass man Abwehrkörper hat. Damit kann man sich dann freier bewegen. Das würde der Wirtschaft und damit allen enorm helfen.

Simulator der Uni Basel

Bei der  Uni Basel kann man eine Simulation ausführen. Das ist alles englisch. Einfache Anleitung:

  1. Population Germany
  2. bei Mitigation eine Variante wählen, die sagt, wie sehr die Verbreitung bekämpft wird. 1,0 ist gar keine Bekämpfung, 0,0 ist die vollständige Unterdrückung aller Übertragungen. Realistisch ist „moderate mitigation“
  3. rechts den Knopf „Run“ drücken

Log scale verwendet eine logarithmische Skala, damit man das besser sieht. Wenn man das ausschaltet, ist es eine lineare Skala. Damit spielen! Wenn die Skala logarithmisch ist, bitte auch die absoluten Zahlen ansehen. Dazu mit der Maus über die Kurven fahren. Dann sieht man erst, wie massiv die Intensivstationen überlastet sind (bis zu 15fach, was etwa dem Resultat der Londoner entspricht).

Die Kurven:

  • grün sind die Gesundeten
  • hellblau sind die, die sich noch nicht angesteckt  haben
  • gelb sind bestätigte Infektionen der letzten 3 Tage
  • grau sind alle bestätigten Infektionen
  • helles lila sind alle bestätigten Toten
  • rot sind alle auf Intensivstation (Intensive Care Unit)
  • dunkles lila zeigt die Überlastung der Intensivstationen

Mit der Maus über die Grafik fahren zeigt die konkret geschätzten Werte.

Interessant ist der riesige Unterschied zwischen der moderaten und der starken Ausbreitungsbekämpfung.

Corona – Update

Nun ist eine Woche vergangen, und wir sind alle etwas schlauer.

In Deutschland bekommt man zwar in den Medien viele Warnungen, aber leider nur sehr wenig Erklärungen. Und es wird auch von Politikern oft Quatsch verbreitet. Heute zum Beispiel sagte einer im Fernsehen, nach einem positiven Testresultat sei Quarantäne angesagt. Womit er automatisch auch sagt, dass sie vorher nicht nötig ist, auch wenn man Symptome hat. Was aber grundfalsch ist. Richtigerweise hätte er sagen müssen, dass schon bei den ersten Anzeichen einer Erkältung strengste Quarantäne nötig ist.

Extrem unangebracht fand ich auch, als Herr Seehofer meinte, es sei geplant, dass nur Deutsche Staatsbürger einreisen dürfen. Als ein Reporter fragte, was mit Ausländern mit Aufenthaltstiteln ist, war er noch nicht einmal imstande, seinen Fehler zu korrigieren, er hat das Wort weitergegeben. Und der nächste konnte auch keine klare Antwort geben – ich glaube, er sagte „Wir sehen uns das an“. In diesen Zeiten sind solche Diskriminierungen extrem daneben. Es geht jetzt ums Zusammenhalten und nicht um die Spaltung der Gesellschaft.

Darum nun dieses. Natürlich sind alle Prognosen schwierig, vor allem, wenn sie die Zukunft betreffen …

Impfstoffe kommen zu spät

Ein Impfstoff kommt frühestens in 12 Monaten. Es gehen zwar jetzt schon welche in die Tests an Menschen (bei Schwererkrankten in China), aber es geht um eine ganz neue Klasse von Wirkstoffen. Damit sollen Gesunde geimpft werden, und wenn es da wesentliche Nebeneffekte gäbe, wäre das eine Katastrophe – weil sich dann zukünftig noch viel weniger Menschen impfen lassen würden. Darum kann es nicht schneller gehen. Außer in China und vergleichbaren Ländern, aber das hilft uns nicht.

Wenn es dann einen Impfstoff gibt, heißt das noch lange nicht, dass man ihn auch bekommt. Es zeichnet sich jetzt schon ab, dass manche Länder, in denen geforscht wird, den Impfstoff erst dann exportieren, wenn im eigenen Land alle versorgt sind. Deutschland ist aber in der Forschung sehr weit vorne. Stichworte CureVac, Trump, Biontec, New York Times, aber es gibt in der Richtung noch mehr.

Zeitlicher Verlauf der Pandemie ist steuerbar

Man weiß, dass mindestens 60% der Bevölkerung immun sein müssen, um größere neue Ausbrüche zu vermeiden. Die Frage ist, wie schnell man auf diese 60% kommt, solange es keine Impfung gibt. Das geht nur durch Infektionen. Also müssen etwa zwei Drittel der Bevölkerung sich anstecken, bevor Corona ihren Schrecken verliert!

Die große Frage ist nun, wie man den zeitlichen Verlauf gestaltet. Die meisten Regierungen versuchen, den so in die Länge zu ziehen, dass das Gesundheitssystem möglichst nie überlastet ist. Je stärker überlastet, desto mehr Tote.

In den Zeitungen gibt es schöne Grafiken mit zwei oder mehr unterschiedlichen Verlaufskurven. Da ist oft die Kapazität des Gesundheitssystems als waagerechte Linie eingezeichnet. Das ist nicht ganz richtig, die Kapazität steigt. Es wird ja viel vorbereitet. Aber wie der unten erwähnte Report auf Seite 8 zeigt, wird jedes Gesundheitssystem dermaßen überfordert sein, dass jede Steigerung nur ein Tropfen auf dem heißen Stein ist. Laut dem Report bestenfalls um das 8fache in England und USA, es kann also nur einer von 8 vernünftig behandelt werden, oder alle 8 nur ein bisschen.

Der aktuelle Report  vom Imperial College London, das auch die britische Regierung berät, veröffentlicht diesen Montag, sagt zu den Infizierten: Bei 40-49-Jährigen sterben 6 von Tausend, bei über 80-Jährigen sterben 93 von Tausend, also 15mal so viele. Unter der Annahme, dass alle im Krankenhaus behandelt werden, was nicht möglich sein wird! Von den vorbelasteten Menschen (z.B. COPD, Diabetes, Bluthochdruck) werden sehr viel mehr sterben.

Aus diesem Report ergibt sich für die USA: Wenn man nichts tun würde, würden sich dort 80% infizieren. Es gäbe in 3 Monaten gegen 4 Millionen Tote, darunter 8-15% aller über 70 Jahre alten. Wird hier diskutiert: Slashdot

Wenn die Verbreitung völlig unterbrochen werden könnte, wäre das optimal, aber das ist in einer offenen Gesellschaft wie in Europa oder USA völlig unmöglich.

Also bleibt nur, die Verbreitung zu verlangsamen. Und das geht nur, indem man soziale Kontakte ganz massiv reduziert. Auch wenn man sich selber für ungefährdet hält. Was ich vor einer Woche ja auch schon schrieb.

Die Kehrseite: Je mehr man den Verlauf in die Länge ziehen will, desto einschneidender und gleichzeitig länger müssen die Beschränkungen sein. Noch werden die Beschränkungen von vielen gar nicht eingehalten. Es wird auch mit der Zeit immer mehr geben, die damit nicht zurecht kommen und sie dann nicht mehr einhalten. Es wird immer mehr Geldprobleme und  Arbeitslose geben, das Risiko massiver sozialer Unruhen wird stark zunehmen., vor allem in Ländern mit schwachen Sozialsystemen. Es wird eine massive Rezession geben, wie wir sie seit Jahrzehnten nicht mehr hatten. Wie schnell sich die Wirtschaft danach erholen wird, ist ganz ungewiss. Weniger Wohlstand und mehr Unruhen bedeuten auch wieder weniger Lebenserwartung.

Wie lange dauert das?

Der oben genannte Report zeigt verschiedene Kurven, je nach Maßnahmenpaket. Für England ist der Höhepunkt ungefähr Mitte Mai, in den USA Anfang Juni, und die Kapazitäten vom Gesundheitswesen werden bis Mitte Juli überfordert sein.

Was tun, wenn man Symptome hat?

Die Unterschiede zum Schnupfen und zur Grippe sind zu Beginn minimal. Bei Corona kann, muss aber nicht, Atemnot hinzukommen. Darum besteht bei jeder Erkältung Corona-Verdacht, und Quarantäne ist angesagt. Möglichst strikt, so weit wie die persönlichen Verhältnisse das erlauben. Nur wenn das nicht geht, wenn man nicht zu Hause bleiben kann, sollte man sich testen lassen.

Wenn  Atemnot, schnelles und flaches Atmen oder andere ungewöhnliche Effekte auftreten, sollte man den Arzt anrufen. Vorher nur, wenn man einen Test braucht. Je älter man ist, desto eher kann es passieren, dass der Arzt gar nichts tun wird außer der Empfehlung, strengste Quarantäne zu Hause einzuhalten. Das Gesundheitssystem wird nicht mehr alle behandeln können, siehe oben. In Italien ist das schon lange Realität, in Frankreich auch.

Ein Test ist dann nötig, wenn der Arzt vor der Entscheidung steht, ob man ins Krankenhaus soll. Vorher hat das Resultat keinen Einfluss auf die Behandlung. Und man nimmt mit dem eigenen Test anderen Leuten die Möglichkeit, getestet zu werden, bei denen es wichtiger ist, z.B. alle im Gesundheitswesen – ausreichend Testmittel wird es frühestens in Monaten geben.

Ich wünsche allen alles Gute!