Corona und der Neid

In der Presse geht es zur Zeit sehr oft darum, wer sich als erster impfen lassen darf, und was er dann darf.

Ich finde diese Diskussionen völlig daneben und auch gefährlich, weil sie ein Anspruchsdenken fördern. Der Staat nimmt den Menschen immer mehr Selbstverantwortung ab und schränkt damit die individuellen Möglichkeiten immer weiter ein. Jeder, der sich nicht wie der Durchschnitt verhält, bekommt Probleme – auch ich merke das immer wieder. Aber das ist natürlich ein anderes Thema.

Der Verteilungskampf um Impfdosen ist für die Bevölkerung insgesamt und die Entwicklung von Corona ziemlich unwichtig. Jedes Land hat da andere Prioritäten. Indonesien beispielsweise impft zuerst die arbeitende Bevölkerung. Und jede dieser Strategien lässt sich gut begründen.

Einzig entscheidend ist nur, dass möglichst schnell möglichst viele wieder ein normales Leben führen können. Das hilft nicht nur diesen, sondern ALLEN. Weil das der Wirtschaft hilft, die Arbeitslosigkeit reduziert, Unternehmen rettet.

Ich fände es schade, wenn ich dieses Jahr auf gewisse Pläne verzichten müsste, weil ich nicht rechtzeitig geimpft bin, aber ich werde ganz sicher niemals neidisch auf andere sein, die schon Sachen tun dürfen, die mir noch verboten sind.

Wenn heute die Regierung sagt, sie sei für einen EU-weiten Corona-Impfpass „für medizinische Zwecke“, ist das natürlich nur ein lächerliches Feigenblättchen. Es steht jedem Unternehmen – Diskothek, Fitnessclub, Friseur, Fußballstadion, Fluglinie, Hotel und so weiter – natürlich frei, nur geimpfte Leute als Kunden zu akzeptieren. Bis zur Bevorzugung beim Grenzübergang ist es dann nur noch ein winziger Schritt, der sinnvollerweise auch schon begangen wird – z.B. zwischen Schweden und Dänemark, zwischen Griechenland und Israel. Auch die deutsche Regierung wird diesen Schritt gehen müssen – und je länger sie das herauszögert, desto peinlicher wird es dann.

England ist ein gutes Beispiel, wie man es machen kann: So schnell wie möglich so viele wie möglich impfen. Die Zweitimpfung wird erst nach etwa 12 Wochen gemacht, um den Impfstoff optimal einzusetzen. Und das scheint richtig zu sein: In einer breit angelegten Studie in Schottland hat man festgestellt, dass schon die erste Dosis Astra-Zeneca das Risiko eines Krankenhausaufenthaltes um bis zu 94% reduziert – bei Pfizer und Biontec bis zu 85%. Egal ob 95% oder 70% – das sind sehr gute Werte.

Noch ein Wort zur Gerechtigkeit: Nicht nur bei Corona, sondern bei allen Bereichen, die der Staat regelt, wird es immer Ungerechtigkeiten geben. Die sind niemals ganz zu vermeiden. Und je mehr Gesetze und Verordnungen der Staat erlässt, um etwas gerechter zu machen, desto mehr Schlupflöcher gibt es, desto mehr Bevölkerungskreise fühlen sich benachteiligt, desto mehr verdienen die Rechtsanwälte, desto überforderter sind die Gerichte. Der Rechtsstaat wird dadurch nicht gestärkt, sondern geschwächt. Beispiele: Corona-Verteilungskampf, Steuern, soziale Hilfen, Gesundheitssystem.

Wir haben geheiratet!

Dazu habt ihr ja auch schöne Fotos gemacht, ein paar von den schönsten hätten wir gerne. Aber bitte nicht mit Whatsapp, weil das die Bildqualität massiv reduziert. Wenn ihr fast dieselben mehrmals habt, sucht mir bitte das schönste aus!

Hier könnt ihr Fotos hochladen, leider immer nur eines auf einmal:

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Wenn es damit Probleme gibt, könnt ihr sie mir auch gerne per Mail schicken an wolfgang@rohdewald.de !

kleiner Corona-Update

Inzwischen glaube ich, dass jeder mit schon leichten Symptomen sich um einen Test bemühen sollte. Offenbar haben die Labore in Deutschland durchaus noch Kapazität. Und die Produktion von Tests, auch von deutlich schnelleren, rollt an.

Beispielsweise schrieb heise.de gestern etwas über einen Test, der noch in Entwicklung ist, von der Firma „Digital Diagnostics AG“. Der kostet etwa 100 Euro und liefert ein Resultat innerhalb von 10 Minuten (inklusive Abstrich etc), einsetzbar von Sanitätskräften. Das Resultat geht direkt anonym in eine zentrale Datenbank. Soll irgendwann im Mai genehmigungsfähig sein.

Auch sonst rollt die Produktion an – Schutzmasken, Beatmungsgeräte und so weiter.

Was der beste Weg ist, wird sich zeigen – wie in allen Bereichen finde ich auch hier eine Wettbewerbssituation gut, weil man nur so herausfinden kann, was am besten funktioniert. Leider scheitert das noch oft daran, dass jedes Land meint, es besser zu wissen, eine spezielle Situation zu haben oder das Leben der eigenen Bürger höher bewertet als das anderer (was aus meiner Sicht tatsächlich alle Länder tun), und Erfahrungen anderer ignoriert. Ein uraltes Problem: NIH – Not Invented Here

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