Das Brevet-Geheimnis Nr. 1

Vor Kurzem hat mich während eines Marathons jemand gefragt, wie man sich bei bei einem Brevet die Kräfte einteilt.

Einfache Antwort: Wenn die Beine schmerzen, langsamer fahren.

Das war sicher nicht das, was er hören wollte – das weiß ja jedes Kind. Nur – das tut nicht jeder. Auch ich nicht immer.

Aber das ist tatsächlich das Wichtigste überhaupt. Je länger die Strecke, desto wichtiger ist es, dass man auf den eigenen Körper hört und ihn nicht überfordert. Schmerz ist ein sehr deutliches Signal: „Ich kann das nicht auf Dauer“. Auch beim Anfahren oder in Steigungen oder wenn man unbedingt im Windschatten einer Gruppe bleiben möchte – das lohnt sich niemals. Die Gruppe hat man beim nächsten Halt sowieso wieder eingeholt – natürlich auch, weil Gruppen häufiger halten als Einzelfahrer. Und wenn sie wirklich so schnell wäre, dass man sie nicht wiedersieht, reicht die eigene Kraft sowieso nicht aus, länger bei der Gruppe zu bleiben.

Genauso ist es mit Knieschmerzen – dann ist es noch viel wichtiger, mit konstanter Leistung zu fahren. Nur mit dem anderen Bein arbeiten, hohe Trittfrequenz – und die Schmerzen verschwinden wieder (zumindest bei mir). Konstante Leistung bedeutet, dass ich bergauf deutlich langsamer und bergab deutlich schneller als die meisten Gruppen fahre – also am besten alleine.

Bei Kurzstrecken – sagen wir bis 300km – ist das alles natürlich nicht so wichtig, aber je länger die Strecke desto mehr muss man auf Nachhaltigkeit bedacht sein.

Höhenmeter

Die Höhenmeter (Wikipedia) sagen, wie viele Meter man an Höhe gewinnt. Was man bergab fährt, wird beim Radsport nicht abgezählt.

Es gibt viele Varianten, wie man die berechnet. Je kleinmasstäblicher man das tut, desto größer wird das Resultat. Im Extremfall könnte man bei jedem Schlagloch ein paar Zentimeter dazurechnen, weil man ja ganz kurz bergauf fährt, und damit auf einer Schotterpiste in Holland (nicht dass es die gäbe!) auch erstaunlich viele Höhenmeter zusammen bekommen.

Der Fahrradcomputer Garmin Edge 800, den ich für etwa 2 Jahre benutzte, bis ich ihn wegen seiner vielen teils sehr massiven Softwarefehler frustriert ausrangiert habe, war da sehr großzügig: Leichte Wellen (z.B. 10 Meter bergab und sofort wieder 10 Meter bergauf) wurden ausgeglichen. Darum hatte er immer relativ niedrige Werte, etwa 10-15% tiefer als von gpsies.com berechnet.

Darum ist ein Vergleich dieser Werte nicht sehr hilfreich, wenn man nicht sicher ist, dass sie auf dieselbe Weise berechnet wurden.

Dazu kommt die Qualität: Wenn man 1000 Höhenmeter auf einer sehr kurzen Strecke mit starker Steigung bewältigt, ist das viel anstrengender als eine lange Strecke mit konstant leichter Steigung. Die längere Erholungszeit bei der steileren Variante hilft nicht wirklich, weil vor allem die Spitzenleistung, die die Muskeln zu erbringen haben, bestimmt, wie stark sie ermüden. Die Dauer der Leistung ist zweitrangig.

Meine neue Homepage!

Das wurde aber auch Zeit, die bisherige war uralt, langweilig und bot wenig Inhalt. Sie hatte nur einen Vorteil: Sie erschien viel schneller auf dem Bildschirm, weil eben damals noch nicht alles so komplex war wie heute. Wenn man bedenkt, dass heute beim Laden mancher Webseiten versteckte Verbindungen zu über 100 anderen Rechnern aufgebaut werden – großenteils für Werbezwecke – ist es schon erstaunlich, dass trotzdem immer noch alles relativ schnell auf dem Bildschirm erscheint.

Willkommen in der heilen neuen Welt …

Paris-Brest-Paris

5800 Starter aus über 60 Ländern, perfektes Radfahrwetter, gut vorbereitet, was will man mehr!

Es hat mich tief beeindruckt, wie sehr die Bevölkerung uns dabei unterstützt hat durch Gratis-Verpflegung, Durchwinken über unübersichtliche Kreuzungen, rund um die Uhr offene Supermärkte, überall anfeuernde Zurufe, auch mitten in der Nacht, und fast durchwegs sehr geduldige Autofahrer. Als ich eine technische Panne hatte, dauerte es gar nicht lange, bis ein Autofahrer spontan anhielt, um zu helfen. Ohne seinen großen Inbus-Schlüssel hätte ich da sicher noch eine ganze Weile länger gesessen.

Gefahren bin ich mit dem Velotraum: 26 Zoll, Reifen 40-559, fahrbereit ohne Gepäcktaschen 13 Kilo schwer, mit demontierten Schutzblechen.

Hier Paris-Brest-Paris by Strava gibt es einen sehr schönen Bericht, der hauptsächlich aus wunderschönen Fotos besteht. Ich bin da auch in Großaufnahme (Geduld beim Laden des Bildes!) zu sehen.

Paris-Brest-Paris 2015 nach 1000km, Milch macht's möglich!
Paris-Brest-Paris 2015 nach 1000km, Milch macht’s möglich!

Der NDR war auch mit zwei Filmteams dabei und hat drei norddeutsche Teilnehmer begleitet: Vier Sonnenaufgänge bis Paris

Der Veranstalter hat selber auch einen Film produziert, der mir eigentlich besser gefällt, wegen der spektakulären Aufnahmen mit den fliegenden Kameras.

Ich bin gespannt, wie oft ich da wohl noch mitfahren werde!